Warum wandere ich

Schon als wir Kinder waren, sind meine Großeltern und meine Mutter mit uns wandern gegangen. Fast immer zog es uns in die Sächsische Schweiz und in das Osterzgebirge. Es hat uns Riesenspaß gemacht. Als ich älter wurde, bin ich mit Freunden wandern gegangen, später habe ich mich auch kurze Zeit beruflich mit dem Wandern beschäftigt. Dann haben wir auch eine Wandergruppe gebildet und sind ab und zu am Wochenende zu einer Wandertour aufgebrochen. Seit meinem Umzug in das Rheinland hat die Nähe zur Eifel mich auch zum Wandern gereizt.

Als ich vor fast 12 Jahren am Herzen operiert wurde, habe ich mich besonders mit Fragen der sportlichen Möglichkeiten für Herzkranke beschäftigt. Wegen beruflichen Verpflichtungen war eine Mitarbeit in einer Herzsportgruppe aus Zeitgründen nicht möglich.

Warum wandern

In den letzten 200 Jahren hat die menschliche Entwicklung einen großen Schritt getan, die Arbeit wird immer leichter und die Bewegung wird immer weniger, selbst kleine Wege erledigen wir per Auto. Wenn wir nicht zu faul sind, versuchen wir zum Teil unsere Fitness im Fitnessstudio zu erreichen.

Jedoch die natürlichste Bewegung, die wir schon über Jahrmillionen ausgeübt haben, die genetisch schon in uns verankert ist, diese nutzen wir nicht ausgiebig. Dabei hat das Wandern sehr viele günstige Effekte, die als Ausdauersportart auf unser Herz-Kreislauf-System wirken. Durch Wandern werden der Blutdruck, die Blutfettwerte und das Diabetes-Risiko gesenkt. Verbraucht man durch Bewegung ca. 2000 kcal/Woche, kann sich die Lebenserwartung wesentlich verlängern. Mit 50 kcal pro Kilometer, die sich im gebirgigen Gelände auf 70-80 kcal pro km erhöhen können, ist das Wandern dem Joggen mit 60 kcal/km fast äquivalent. In der Gesamtleistung kann beim Wandern oft mehr drin sein. Mit der Bewegung in freier Natur wird mehr Sauerstoff aufgenommen und das Immunsystem gestärkt. Durch die relativ langsame Bewegung hat das Gehirn weniger Impressionen zu verarbeiten und es kommt zu einer Entspannung der Psyche. Mit einem erholsamen Schlaf werden wir für die Anstrengung belohnt.

Natürlich wandern wir am liebsten bei blauem Himmel, mit Sonnenschein im Gesicht und wärmeren Temperaturen. Aber auch bei schlechterem Wetter, ob stürmisch, ob regnerisch, haben die Landschaften ihren Reiz und dabei wird unser Immunsystem gestärkt. Wie schon mal an anderer Stelle gesagt wurde: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur die falsche Bekleidung“. Wir wandern zu jeder Jahreszeit.

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