Decke Tönnes

„Die in diesem Kapellchen stehende Holzfigur des heiligen Antonius von Ägypten wird daher „Decke Tönnes“ genannt, weil sie überlebensgroß ist und, bevor die Kapelle um 1900 errichtet wurde, frei auf einem hohen Sockel stand.

Der Sage nach soll ein Handelsjude oder ein Bauer aus der Umgebung die Kapelle als Erfüllung eines Gelübdes erbaut haben. Nach Angaben des Restaurators Brühl, der vor einigen Jahren die Plastik in Auftrage der Pfarre Effelsberg aufarbeitete und fehlende Teile ersetzte – die linke Hand mit der Bibel und den Hirtenstab mit den beiden Glöckchen – wurde sie im späten Mittelalter (15./16. Jahrhundert) wahrscheinlich im Kloster Steinfeld erbaut.

Antonius von Ägypten, man verwechsle ihn nicht mit dem Franziskanergelehrten Antonius von Padua, starb 356 n. Cr. Im Alter von 105 Jahren als Einsiedler, nachdem er vielen teuflischen Anfechtungen widerstanden hatte. Daher findet man am Fuß des Heiligen den Satan in Gestalt eines Drachen. Im Mittelalter wurde Antonius von Ägypten als einer der 14 Nothelfer gegen die sehr verbreitete und ansteckende Hautkrankheit, das Antoniusfeuer, angerufen. Viele Hospitale tragen daher noch heute seinen Namen.

Später verehrte man Antonius als Schützer der Wälder, des Wildes und des Viehs, vor allem der Schwein. Daher ist er oft als der Schweinehirt mit der Hirtenglocke und einem Schwein zu seinen Füßen dargestellt.

Wenn hier die Kerzen fast nie verlöschen, so scheint Antonius, der Einsiedler von Ägypten, heute ein Patron der Autofahrer geworden zu sein, die ihm Ihre kleinen und großen Sorgen anvertrauen.“

So steht es an der Kapelle auf einer Infotafel geschrieben.

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